Mein letzter Rückfall

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Rückblickend ist es schon erstaunlich, wie schwierig es ist, von der Sucht loszukommen. Im Jahr 2008, war ich trotz meiner vielen aussichtslosen Gebrechen in der Lage, rückfällig zu werden.

Damals quälte ich mich mit meinem Rollator beinahe täglich mehrere 100 Meter die Straße entlang. Es kam der Tag, an dem ich bei  meiner Tour an einem Supermarkt vorbeilief. Mir war nach etwas Abwechslung zumute, und ich ging hinein, um mich ein wenig umzusehen.

Ich nahm einige Süßigkeiten und ein Magazin aus dem Regal und steuerte anschließend auf die Kasse zu. Dort sah ich die Flachmänner stehen. Reflexartig schnappte ich mir ein Fläschchen und nahm nebenbei noch ein Päckchen Kaugummi mit. Schnell bezahlte ich die Ware und verstaute diese in einer Tüte.

Kaum hatte ich den Supermarkt verlassen, holte ich den Flachmann aus der Tüte und kippte ihn, ohne weiter darüber nachzudenken, mir hinter die Binde. Um zu Hause nicht aufzufallen, kaute ich auf dem Heimweg einen Kaugummi.

Leider missglückte mein Vorhaben, denn als ich zur Tür hereinkam roch meine Ehefrau sofort den Alkohol. Sie war richtig wütend, knallte die Tür hinter sich zu und verschwand. Sie lief umgehend zu unserem Hausarzt und erzählte ihm, was sich ereignet hatte. Sofort telefonierte er mit der Psychiatrie, und ich wurde erneut dorthin abgeschoben.

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