Geduld kann man lernen

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Fast ein ganzes Jahr verbrachte ich in einem Rollstuhl und hatte nach Ansicht der Ärzte nur noch eine düstere Zukunft vor mir. In manch einem ärztlichen Gutachten konnte ich später nachlesen, dass sie zudem die Meinung teilten, ich hätte enorme Probleme mich mit dieser Situation abzufinden. Damit hatten sie natürlich völlig recht, denn mit ihren niederschmetternden Diagnosen und Prognosen wollte ich nicht weiterleben.

Doch dann konnte ich mit Hilfe meines Physiotherapeuten vom Rollstuhl an einen Rollator wechseln. Beinahe täglich quälte ich mich mehrere Hundert Meter die Straße entlang. Mit meinen steifen und gelähmten Beinen war dies äußerst anstrengend, aber gegenüber dem Rollstuhl ein gewaltiger Fortschritt. Die Verbesserungen in meinen Beinen waren nur minimal und dauerten lange.

Mein eingeschränkter Aktionsradius und das extrem langsame Tempo mit dem ich nur mühsam vorankam, bereitete mir mentale Schwierigkeiten. Ich konnte mich nicht mehr frei bewegen, so wie ich es gewohnt war. Mein Schicksal zwang mich dazu, umzudenken. Mit den bescheidenen Umständen musste ich irgendwie zurechtkommen, mich der veränderten Situation anpassen, gleichzeitig mein Ziel im Auge behalten und dranbleiben. Dies war nicht immer leicht.

Während ich durch diese schwierige Zeit ging, wurde mir klar, dass ich mein Ziel nur mit sehr viel Geduld erreichen würde. Diese Erkenntnis war bitter für mich, denn in der Vergangenheit war ich ein ungeduldiger Mensch gewesen. Doch ich war bereit dazuzulernen.

Auch Sie können Geduld lernen. Geduldig zu sein hat den Vorteil, dass Sie mehr Ausdauer besitzen, um ihr Ziel zu erreichen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, ihre Denkmuster zu ändern.

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